Die Fachzeitschrift „Besseres Obst“, die im Österreichischen Agrarverlag erschienen ist, wurde mit Jahresende eingestellt. Unter dem Titel „„Besseres Obst“ läuft in seinem 70. Erscheinungsjahr aus“ verabschiedete sich dessen Chefredakteurin Dipl.-Ing. Edith Kaiser kurz vor dem Jahreswechsel 2025/26 von ihrem Publikum.

Edith Kaiser schreibt: „Über sieben Jahrzehnte hinweg durften wir die österreichische Welt des Obstbaus mit großer Leidenschaft und journalistischer Sorgfalt begleiten. Unser Anliegen war es stets, die Vielfalt, Innovationskraft und Bedeutung des heimischen Erwerbsobstbaus in all seinen Facetten sichtbar zu machen und eine verlässliche Plattform für Information, Austausch und fachliche Vertiefung zu bieten.“
Und weiter heißt es im Abschieds-Editorial: „Leider ist die Zahl der Abonnements kontinuierlich gesunken, sodass die Wirtschaftlichkeit in den vergangenen Jahren weiter zurückgegangen ist. Damit haben auch beim „Besseren Obst“ die wirtschaftlichen und strukturellen Veränderungen unserer Zeit Einzug gehalten. Vor diesem Hintergrund hat sich der neue Eigentümer des Österreichischen Agrarverlags, die Raiffeisen-Holding NÖ-Wien Beteiligungs GmbH, dazu entschlossen, das Magazin aus wirtschaftlichen Gründen mit Ende dieses Jahres einzustellen.“
Abschied nach vielen Jahrzehnten
Auch AV-Geschäftsführerin Katharina Nehammer informierte die Leserinnen und Leser über die Hintergründe der Einstellung: „Der Klimawandel und die wirtschaftlichen Rahmen¬bedingungen der vergangenen Jahre haben jedoch die Branche schwer unter Druck gesetzt, sodass Investitionen ausgeblieben sind und viele Betriebe aufgegeben wurden. Das hat sich auch in der Wirtschaftlichkeit des Magazins niedergeschlagen, eine langfristige Perspektive für eine positive Weiterführung fehlt, sodass das Magazin mit Jahresende eingestellt wird.“
Bundesobstbauverband musste neuen Weg finden
Besonders betroffen war der Bundesobstbauverband, der mit dem Ende der Zeitschrift sein Sprachrohr zu den Mitgliedern verloren hat. Obmann Ing. Manfred Kohlfürst und Geschäftsführerin Dipl.-Ing. Polona Scheuba informierten die Obstbäuerinnen und -bauern unter dem Titel „Veränderungen in der Fachkommunikation des österreichischen Obstbaus“ über Ursachen und Alternativen: „Leider ist die Zahl der Obstbaubetriebe in Österreich, wie in der Branche gut bekannt, seit Jahren stark rückläufig. Diese Entwicklung hat sich auch deutlich in den Abozahlen widergespiegelt. Unter diesen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen war es nicht mehr möglich, das Magazin langfristig weiterzuführen.“
Als Ersatz wird die Kooperation über die Landesgrenzen hin verstärkt. Wörtlich: „Wir haben in den vergangenen Monaten verschiedene Wege geprüft, wie ein eigenständiges Verbandsmagazin dennoch erhalten bleiben könnte. Am Ende sind wir jedoch zu dem Schluss gekommen, dass die einzige nachhaltige Lösung, die unseren Mitgliedern weiterhin ein qualitativ hochwertiges Fachmagazin bietet, eine verstärkte Zusammenarbeit mit der Zeitung „Obstbau“ aus Deutschland ist. Dieses Magazin ist vielen Betrieben bereits bekannt und fachlich gut etabliert.“ Auch einen Österreich-Bezug soll es in Zukunft geben: „Obwohl das Magazin redaktionell in Deutschland betreut wird, wurde uns in jeder Ausgabe eine eigene Österreich-Seite zugesagt. Dort können weiterhin spezifische politische Themen aus Österreich kommuniziert werden, so wie es bisher im Besseren Obst der Fall war.“
Mittlerweile sind Österreichs Obstbauern angekommen, wie der Artikel „Ein bewegter Start ins neue Jahr“ beweist.
Fotos: Agrarverlag, Obstbau



