VAÖ-Kollege Christian Moser und Martin Reiter präsentierten ihr neues Buch „Tux-Zillertaler“. Im imposanten Werk erzählen die beiden auf 240 großformatigen Seiten mit 440 Bildern die wechselvolle Geschichte der Tux-Zillertaler Rinderrasse, von den Glanzzeiten über den Niedergang bis zum Comeback wie ein Phönix aus der Asche. Wahrscheinlich ist die Tux-Zillertaler Rasse die einzige, welche es sowohl noch lebend in Ställen und Tierparks als auch im Museum zu bewundern gibt.

Bei den Tux-Zillertalern handelt es ich um eine alte, autochthone österreichische Rinderrasse in den Farbschlägen braun und schwarz (Bezeichnung Tuxer) und rot (Bezeichnung Zillertaler). Vor 50 Jahren wären sie beinahe ausgestorben. Nur dank einiger Idealisten konnte die Rasse vor dem Aussterben bewahrt werden.

 

 

Schon vor 6000 Jahren in Tirol domestiziert
Die Vorfahren des Tux-Zillertaler Rindes wurden schon vor 6000 Jahren in Tirol domestiziert. Sie ist somit die älteste Rinderrasse im Land und daher auch die Tiroler Urrasse. Vor Jahrhunderten wurden die Tux-Zillertal allgemein als „Tyroler Rasse“ bezeichnet. Die älteste schriftliche Erwähnung der Tuxer (Zillertaler) stammt aus der Zeit um 1800.

Im Ausschnitt aus einem Zeitungsartikel unter dem Titel „Die Herkunft der Duxer Rinder-Race in Tirol“ im „Boten für Tirol und Vorarlberg“ aus dem Jahr 1877 wies Ferdinand Kaltenegger bereits auf die Sonderstellung der Tuxer Rasse unter den Tiroler Rindertypen hin. Mit ihrer großen Geschichte mit Kuhkampfwesen, einem Russlandviehtrieb 1848 und der großen emotionalen Bindung zu ihren beiden Heimattälern hat sie eine besondere Bedeutung. Erste schriftliche Hinweise für das sogenannte „Kuhstechen“ gab es bereits beim Tiroler Schriftsteller Beda Weber aus dem Jahr 1838.

Im 19. Jahrhundert erreichten die Tux-Zillertaler ihre weiteste Verbreitung im Tiroler Unterland. Das Tux-Zillertaler Rind imponiert neben der ausgezeichneten Fleischqualität auch wegen seiner Genügsamkeit und Leistungsfähigkeit bei kargsten Futterverhältnissen.

Der Niedergang der Tux-Zillertaler begann Mitte des 19. Jahrhunderts. Der totale Untergang kam in den 1930er Jahren, als viele Tux-Zillertaler Rinder nach Wien in die dortigen Abmelkbetriebe verkauft wurden. Ja, sogar eine „Konservenaktion“ gab es, für die ein Wiener Schlachtbetrieb in Tirol Tux-Zillertaler ankaufte und über deren Fleischqualität sogar eine eigene Studie initiierte.

 

Die Autoren Christian Moser (links) und Martin Reiter (rechts) mit Alois Rainer (Obmann des Fachverbands Gastronomie in der WKO)

 

Antrag um Aufnahme als Unesco-Kulturerbe
Mitte der 1970er Jahre gab es nur mehr sehr wenige Tux-Zillertaler Rinder. Die vermeintlich letzte Tuxerkuh wurde im Haus der Natur in Salzburg ausgestopft ausgestellt. Man glaubte schon, die Rasse sei ausgestorben. Durch die Initiative des Salzburger Pfarrers Ambros Aichhorn, von Ing. Andreas Moser von der Bezirkslandwirtschaftskammer Schwaz und weiteren Mitstreitern sowie der Gründung der Vereinigung der Tux-Zillertaler Züchter Tirols im Jahr 1986 wurde der Grundstein für die Erhaltung der Rasse gelegt. Heute gibt es wieder rund 2.000 Tiere. Aktuell läuft ein Antrag um Aufnahme der Tux-Zillertaler Zucht als Unesco-Kulturerbe. Seit 2024 arbeitet man an diesem Projekt, wo laut Christian Moser mit Ende des Jahres mit einer Entscheidung gerechnet wird.

 

Das Buch „Tux-Zillertaler“ ist im Großformat A4 mit 240 Seiten und 445 Bildern, Euro 39, – im Verlag Edition Tirol erschienen.

 

Fotos: Edition Tirol