30 Jahre EU-Mitgliedschaft stehen auch beim nun veröffentlichten Jahresbericht 2024/25 der LK Österreich im Mittelpunkt, der den Titel „Österreich in Europa: Mitten drin und vorne dabei“ trägt. Vorwörter gibt es einerseits von LK Österreich-Präsident Josef Moosbrugger und Generalsekretär Ferdinand Lembacher, andererseits auch von EU-Agrarkommissar Christophe Hansen und dem Vizepräsidenten des EU-Bauernverbands (COPA), Nikolaus Berlakovich. Auch der Agrarhistoriker Univ.Prof. Dr. Ernst Bruckmüller nimmt Bezug auf das Jubiläumsjahr 2025 (80 Jahre Republik Österreich) und beleuchtet im Bericht die „Landwirtschaft und Ernährung seit 1945“.

 

 

Vitale, investitionsbereite Land- und Forstwirtschaft wichtig
Bereits zu Beginn beleuchten Moosbrugger und Lembacher Licht und Schatten der EU: „Europa bedeutet im internationalen Umfeld trotz aller Kritik weiterhin Wohlstand, Lebens(mittel)qualität und Zukunftschancen. Andererseits wird der Widerspruch zwischen den Visionen der EU-Institutionen – von Nachhaltigkeit, Klimaschutz bis Wettbewerbsfairness – und übertriebenen bürokratischen Vorgaben für die land- und forstwirtschaftliche Praxis immer deutlicher. Europa leidet zunehmend unter einem teilweise hausgemachten Wettbewerbsverlust und täte gut daran, seine eigene Produktion nicht weiter zu schwächen und zu behindern, sondern seine Widerstandsfähigkeit zu forcieren. Dazu zählen auch eine vitale, investitionsbereite Land- und Forstwirtschaft sowie Versorgungssicherheit.“

Handeln, damit auch Bauern „Projekt Europa“ weiter mittragen
Dabei kommen auch die EU-Kommissionspläne zum Mehrjährigen Finanzrahmen und zur Zukunft der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) zur Sprache. „Die EU-Kommissionspläne in puncto ‚Einheits-Topf‘ bedeuten am Ende nichts anderes als eine Kürzung der Mittel. Wer die Finanzierung für Agrarumweltprogramme, Bio, Tierwohl, Biodiversität oder für eine flächendeckende Bewirtschaftung in alpinen, benachteiligten Regionen kürzt, nimmt bewusst einen Rückgang der Leistungen für diese Bereiche in Kauf. Das lehnen wir entschieden ab und dagegen werden wir arbeiten, damit das Projekt Europa auch in bäuerlichen Familien aus Überzeugung weiterhin mitgetragen wird“, fordert Moosbrugger.

 

 

Perspektiven und Zukunftschancen für Betriebe aufgezeigt
„Im Jahresbericht sollen aber auch Erfolge Erwähnung finden, wie etwa die Senkung des Wolfs-Schutzstatus. Zahlreiche Projekte werden angesprochen, die Perspektiven und Zukunftschancen für unsere Betriebe aufzeigen sollen. Auch die unverzichtbare Arbeit zahlreicher Verbände, die in der LK Österreich eingebettet sind, des LFI, der ARGE Bäuerinnen, der Landjugend und vieler mehr, sei erwähnt. Ihre Tätigkeit und enge Zusammenarbeit mit den Landwirtschaftskammern – meist mit direktem Kontakt zur Basis – sind unverzichtbar und vermitteln trotz aller Herausforderungen Zuversicht und Mut für die Zukunft“, ergänzt LK Österreich-Generalsekretär Lembacher.

 

Jahresbericht der LK Österreich (Blätterexemplar): https://www.lko.at/landwirtschaftskammer-%C3%B6sterreich-ver%C3%B6ffentlicht-jahresbericht-2024-25+2400+4282874

 

Fotos: LK Österreich