Der Vorstand der Österreichischen Gesellschaft für Europapolitik (ÖGfE) hat Vizekanzler und Bundesminister a. D. Mag. Wilhelm Molterer einstimmig zum neuen Präsidenten der ÖGfE gewählt. Univ.Prof. Dr. Ewald Nowotny, der nach sieben Jahren seine Funktion als Präsident zurücklegte, wurde von der ÖGfE-Generalversammlung zum Ehrenpräsidenten ernannt.

Mag. Barbara Schennach, Leiterin der Abteilung Europapolitik in der Wirtschaftskammer Österreich, wurde zur neuen Vizepräsidentin der ÖGfE gewählt. Mag. Valentin Wedl, Leiter der Abteilung EU und Internationales der Arbeiterkammer Wien, der seit 2014 als Vizepräsident fungiert, wurde wiederbestellt.
Wilhelm Molterer stammt von einem Bauernhof in Oberösterreich, besuchte die Höhere Landwirtschaftliche Bundeslehranstalt in St. Florian und studierte an der Johannes Kepler Universität Linz Sozialwirtschaft. 1980 erfolgte seine Sponsion zum Magister rer. soc. oec. Nach dem Studium arbeitete er ab 1981 im Österreichischen Bauernbund. Ab 1987 war er im Kabinett von Landwirtschaftsminister Josef Riegler und danach im Kabinettchef vom späteren Kommissar Franz Fischler. Von 1994 bis 2003 war er Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft. Als die ÖVP unter Wolfgang Schüssel stärkste Parlamentspartei wurde, wechselte er 2003 bis 2006 als deren Klubobmann in den Nationalrat. 2007 wurde Molterer vom ÖVP-Bundesparteivorstand zum geschäftsführenden Obmann sowie zum Finanzminister und Vizekanzler bestimmt.
Zum Nachfolger Molterers als Parteiobmann wurde 2008 Josef Pröll gewählt, der auch sein Nachfolger als Vizekanzler und Finanzminister wurde. Als Abgeordneter blieb er bis Juni 2011 im Nationalrat. In weiterer Folge war Wilhelm Molterer von 2011 bis 2015 Vizepräsident und Mitglied des Direktoriums der Europäischen Investitionsbank.

Antrittsbesuch in LK Österreich
Bei dessen Antrittsbesuch in der LK Österreich erklärte Molterer, er wolle verstärkt als Vermittler tätig werden und die Anliegen der Land- und Forstwirtschaft an wichtigen Schaltstellen einbringen. Als Brennpunkte wertete Molterer EU-Erweiterung, Mehrjährigen Finanzrahmen (MFR), Sicherheits- und Verteidigungsbereich, Wettbewerbsfähigkeit und Digitalisierung.
Molterer sprach als unverzichtbares Ziel an, speziell die Jugend für Europa als Friedens-, Sicherheits- und Vernetzungsprojekt über die nationalen Grenzen hinaus zu begeistern. Diese zentralen Inhalte würden unter einer oft nicht nachvollziehbaren, überbordenden Regulierungsdichte vergessen und als selbstverständlich gesehen, so der neue ÖGfE-Präsident.
Fotos: CEEHER, HOPI-MEDIA/Bernhard J. Holzner, Jung-Leithner/LKÖ