Wien bietet für Foto-Interessierte in regelmäßigen Abständen beachtenswerte Ausstellungen. Diesmal machen wir auf die Ausstellung „Fotografien der Welt von morgen“ der Reporter ohne Grenzen und auf die Schau Daido Moriyama und Michelle Piergoelam im Foto Arsenal Wien aufmerksam.
Fotografien der Welt von morgen
Reporter ohne Grenzen zeigt in Wien die internationale Ausstellung mit warnenden Eindrücken aus Konflikt- und Krisengebieten. Journalismus und Pressefotografie stehen vor großen Herausforderungen, die Krisen unserer Zeit vor Ort zu dokumentieren und zu analysieren. Was bedeutet dies für die Welt von morgen? Dieser Frage widmet sich erstmals auch in Österreich eine Fotoausstellung anlässlich des vierzigjährigen Bestehens der internationalen Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF), die 1985 in Frankreich gegründet wurde.
Die Fotoausstellung präsentiert Perspektiven von Fotografinnen und Fotografen aus 40 verschiedenen Ländern. Sie alle zeigen eine Welt im Umbruch und fokussieren auf die drei großen Themen Umwelt, Exil und Krisen. Die ausgewählten Arbeiten verweisen auf die dramatischen Auswirkungen des Klimawandels, begleiten Menschen auf der Flucht aus ihrer Heimat oder berichten mitten aus Krisenregionen.
Die Ausstellung ist bei freiem Eintritt bis 15. März 2026 jeweils Montag bis Freitag von 10.00 bis 16.00 Uhr in 1090 Wien, Währinger Straße 29, 7. Stock, zu sehen.
Weitere Informationen: https://www.rog.at/ausstellung-fotografien-der-welt-von-morgen/
Daido Moriyama und Michelle Piergoelam
Am 30. Jänner 2026 eröffnet das FOTO ARSENAL WIEN die Ausstellungen „DAIDO MORIYAMA. RETROSPECTIVE“ und „Michelle Piergoelam. Across the Water“.
DAIDO MORIYAMA. RETROSPECTIVE
Ein Hund im Schatten. Das Fell struppig, das Maul leicht geöffnet, der Blick misstrauisch: Daido Moriyamas ikonisches Foto von 1971 markiert einen Meilenstein in der Geschichte der Fotografie. Geboren 1938 in Osaka, zählt er zu den einflussreichsten Vertretern der Street Photography. Mit seinen grobkörnigen, unscharfen und oft schrägen Aufnahmen entwickelte Moriyama eine radikal neue Bildsprache. Seine Arbeiten reflektieren den tiefgreifenden Wandel Japans in der Nachkriegszeit – zwischen traditionellen Werten und der aufkommenden westlichen Konsumkultur. Die umfassende Retrospektive im FOTO ARSENAL WIEN zeigt über 200 Werke sowie zahlreiche Publikationen und macht deutlich, wie aktuell seine Auseinandersetzung mit Themen wie Medienmanipulation, Überwachung und Bildfetischismus bis heute geblieben ist.
Michelle Piergoelam. Across the Water
Wie erinnert man sich an eine Geschichte, die nie aufgeschrieben wurde? In ihrer ersten internationalen Einzelausstellung Across the Water im FOTO ARSENAL WIEN erforscht die niederländische Künstlerin Michelle Piergoelam (*1997, Rotterdam) die Weitergabe von Erinnerung jenseits offizieller Archive. Ausgehend von der bislang wenig sichtbaren Geschichte der surinamischen Diaspora in den Niederlanden verwebt sie Mythen, Träume und familiäre Erinnerungen zu neuen visuellen Narrativen. Ihre Fotografien, Textilien und Installationen thematisieren kulturelle Überlieferung und Widerstand im Kontext von Kolonialismus und Sklaverei. Zugleich reflektieren Piergoelams poetische Arbeiten die Bedeutung von kollektivem Gedächtnis und Erinnerungskultur als lebendige Formen der Geschichtsschreibung.
Fotos: Daido Moriyama, Photo Foundation, Michelle Piergoelam, Clap Clap Clap, Oscar Cueto


