Im Rahmen einer dreitägigen Pressereise Anfang Juli in die Bretagne erörterten Expertinnen und Experten aus Forschung, Beratung, Innovationsförderung und Agrarjournalismus am Institut Agro Rennes-Angers, wie digitale Innovationen im Tierhaltungssektor wirksamer in die Praxis übertragen werden können.

 

Im Rahmen einer dreitägigen Pressereise in der Bretagne diskutierten Expertinnen und Experten am Institut Agro Rennes-Angers, wie digitale Innovationen im Tierhaltungssektor wirksamer in die Praxis übertragen werden können (v. l.: Patrick Sarzeaud, Katharina Seuser, Klaus Knippertz, Bérenger Morel, Inge De Bo, Peter Rakers)

 

Die internationale Pressereise wurde von EU-FarmBook, dem European Network of Agricultural Journalists (ENAJ) und dem französischen Nutztierinstitut (IDELE) organisiert. Rund 30 Kolleginnen und Kollegen aus Wissenschaft und Medien nahmen an der Veranstaltung teil und wurden von Patrick Sarzeaud, Senior Innovation Manager bei IDELE; Dr. Inge De Bo, wissenschaftliche Koordinatorin von EU-FarmBook und Forscherin für Biosystems Control and Gaseous Emissions in Livestock an der Universität Gent; sowie Yanne Boloh, Vorsitzende von ENAJ, Journalistin und Präsidentin der Presseagentur Philéas Info, begrüßt.

Sarzeaud informierte darüber, dass IDELE bereits an 40 europäischen Projekten beteiligt gewesen sei. De Bo hob den offenen Zugang zu EU-FarmBook in 24 EU-Sprachen hervor. „Man kann den KI-basierten Chatbot – den ‚Farmassistenten‘ – in der eigenen Sprache befragen und erhält dann die Übersetzungen“, erklärte sie. Boloh wies darauf hin, dass EU-FarmBook viele gute Stories für den Journalismus liefern könne.

 

 

Zentrales Thema der Podiumsdiskussion waren digitale Innovationen und Datentechnologien für Nutztierbetriebe. Prof. Yannick Le Cozler vom Institut Agro Rennes-Angers stellte bildbasierte Technologien im Management von Milchviehherden vor. Diese Technologie kann Landwirtinnen und Landwirten helfen, das Tierwohl zu überwachen, das Gewicht zu schätzen und den Body-Condition-Score zu bestimmen.

Adrien Lebreton, Experte für Nutztierhaltung bei IDELE, sprach über den Hype rund um digitale Innovationen. Er sagte, dass digitale Technologien in der Nutztierhaltung bereits weit verbreitet seien, ihre Nutzung jedoch je nach Systemen und Kontexten stark variiere.

Claudie Guyomarch, Leiterin des Schweineforschungsbetriebs CRÉCOM der Landwirtschaftskammer der Bretagne, hob Projekte zu temporären Abferkelbuchten für Sauen, Versuche zum Schwanzbeißen sowie einen Versuch zur Lichtintensität in der Phase nach dem Absetzen hervor.

Pauline Créach vom französischen technischen Institut für angewandte Forschung in der Geflügel-, Kaninchen- und Fischproduktion ITAVI zeigte Beispiele für Roboter in der Geflügelproduktion, etwa zur Küken-Geschlechtsbestimmung (Sexing).

Begleitend zur Podiumsdiskussion wurden zahlreiche Forschungsprojekte in einem „Innovation Marketplace“ präsentiert.

 

Langfassung, Links, alle Fotos: EU-FarmBook Rennes, Frankreich 6. Juli 2026

 

Fotos: EU-FarmBook/Luc Servais, ENAJ-KS