Die erste Ausgabe der Fachzeitschrift DIE ERNÄHRUNG startete 2026 mit einem starken Themenpaket. Wie navigiert die Lebensmittelindustrie durch ein herausforderndes wirtschaftliches Umfeld?

In einem Interview gibt Fachverbands-Obmann Stephan Büttner Einblick in aktuelle Brennpunkte – von der irreführenden Debatte über Lebensmittelpreise bis zur Frage, warum steuerliche Eingriffe und Preiskommissionen kaum zur Inflationsbekämpfung beitragen. Seine wichtigsten Anliegen: eine ambitionierte Industriepolitik, weniger Regulierung und stabile Rahmenbedingungen durch Frieden und für Wohlstand.

Andrea Stoidl, Geschäftsführerin des Österreichischen Werberats, zeigt auf, dass ethische und moralische Werte als vertrauensbildende Grundlagen mehr denn je an Bedeutung gewinnen. Eine Studie ergibt, dass sich Eltern selbst als maßgeblich für die Ernährungsbildung ihrer Kinder sehen.
Im Kommentar erklärt Fachverbands Geschäftsführerin Katharina Koßdorff, warum ein „Lebensmittel Temu“ für Österreich der falsche Weg wäre – und wie die Teuerungsdebatte dem heimischen Produktionsstandort einen Bärendienst erweist.
Hochverarbeitete Lebensmittel im Faktencheck
Ein weiterer Dauerbrenner sind „hochverarbeitete“ Lebensmittel (UPF – Ultra Processed Foods). Sie leisten einen Beitrag zur täglichen Energie- und Nährstoffzufuhr. Gleichzeitig belegen zahlreiche epidemiologische Studien Assoziationen zwischen einem hohen UPF-Konsum und nicht-übertragbaren Erkrankungen. Was nun wirklich dahinter steckt, zeigen aktuelle Beiträge in dieser Ausgabe: Das Experten-Team Martin Smollich und Martina Kalischuk vom Institut für Ernährungsmedizin des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein sowie Daniel Wefers, Institut für Chemie an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, ordnen die aktuelle Evidenz zu UPF ein. Ihr Fazit: Die Studienlage stützt sich überwiegend auf Beobachtungsdaten und ist durch methodische Einschränkungen sowie uneinheitliche Definitionen geprägt. Hinweise sprechen dafür, dass weniger der Verarbeitungsgrad, sondern vor allem Energiedichte und Nährwerte die beobachteten Effekte erklären. Eine differenzierte Betrachtung von UPF ist daher unerlässlich.
Elisabeth Sperr und Marlies Gruber vom forum. ernährung heute bringen einen Faktencheck zu UPF, der zu ähnlichen Ergebnissen führt. Denn der Grad der Verarbeitung entscheidet nicht allein über den Gesundheitswert eines Lebensmittels. Wichtig sind vielmehr die gesamte Ernährungsqualität, die Lebensmittelauswahl, Portionsgrößen und ein gesunder Lebensstil mit ausreichend Bewegung.
Was bringt die nächste Ausgabe von DIE ERNÄHRUNG?
In der Ausgabe 02.2026 kommen frische Impulse im Bereich Wissenschaft, Technik und Recht rund um Lebensmittel – dieses Mal mit einem Schwerpunkt zu Food Defense.
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Nähere Informationen auf www.ernaehrung-nutrition.at
Fotos: Die Ernährung
