Seit zehn Jahren stehen rund um den Welternährungstag am 16. Oktober die ersten beiden Volksschulklassen am Besuchsprogramm der Ortsbäuerinnen: Zehntausende Schulanfänger hören dann Geschichten vom Bauernhof, vom Leben und der Arbeit einer Bäuerin und eines Bauern, erfahren, wie die Milch von der Kuh in den Supermarkt kommt, wie aus Getreide Mehl für Brot und Kuchen gemacht wird und was alles auf den Feldern wächst. Die “Aktionstage der Bäuerinnen“ sind mittlerweile eine Erfolgsgeschichte, die heuer mit dem Thema “Vom Samenkorn zur Karotte“ fortgesetzt werden.

 

 

„Bei derzeit rund 150.000 bäuerlichen Betrieben in Österreich, das sind um elf Prozent weniger als noch 2010, ist das Wissen über die bäuerliche Arbeit und Lebensmittelerzeugung leider überschaubar“, erklärte Bundesbäuerin Irene Neumann-Hartberger bei einer Pressekonferenz mit Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig, Niederösterreichs LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf und Andrea Wagner, Vizepräsidentin der LK NÖ, in der Volksschule Neuhofen/Ybbs.

 

 

Mit den Aktionstagen im Oktober legen die Bäuerinnen und Bauern den Grundstein für eine wertschätzende Verbindung zu den künftigen Konsumentinnen und Konsumenten: „Die Neugierde der Kinder zu wecken und sie zu begeistern, das ist unser Ziel.“

328.000 Kinder (be)greifen Landwirtschaft mit allen Sinnen
In den vergangenen zehn Jahren (2015 – 2024) haben sich mehr als 16.600 Bäuerinnen Themen, wie „Vom Küken zum Ei“, “Vom Korn zum Brot“, “Vom Gras zur Milch“, “Vom Apfel zum Saft“ oder “Über Kartoffel, Erdäpfel und Grundbirnen“ sowie “Kürbis: Vom Kern zu Öl und Suppe“ gewidmet und diese mit altersgerecht pädagogisch aufbereiteten Materialien in fast 18.000 Klassen an rund 328.000 Kinder vermittelt.

 

 

“Landwirtschaft mit allen Sinnen“ bezieht die Kinder aktiv in die Materie mit ein, zeigt ihnen aber auch, wie sie beim Einkauf heimische Qualitätsprodukte erkennen, wie Lebensmittel richtig gelagert werden und Bioabfall geringgehalten wird. Als Höhepunkt der Unterrichtseinheit wird gemeinsam mit der Bäuerin eine Jause zubereitet und verkostet. “Die Aktionstage kommen auf beiden Seiten sehr gut an, wie die steigenden Zahlen der teilnehmenden Klassen und Bäuerinnen zeigen“, freut sich Neumann-Hartberger über den Erfolg.

Dieses Jahr gehen die Bäuerinnen mit einem neuen Thema in die Schulen: “Vom Samenkorn zur Karotte“.

Besuch eines zertifizierten “Schule am Bauernhof“-Betriebes
Um allen Kindern in Österreich den authentischen Einblick in die Landwirtschaft zu ermöglichen und sie mit dem nötigen Bewusstsein für regionale Lebensmittel und ein gesundes, nachhaltiges Konsumverhalten auszustatten, müsse jedem Kind im Verlauf seiner Pflichtschulzeit mindestens einmal der Besuch eines zertifizierten “Schule am Bauernhof“-Betriebes und ein Workshop mit einer Seminarbäuerin oder einem Seminarbauern ermöglicht werden, bekräftigen die Bäuerinnen Österreich ihre langjährige Forderung.

 

 

Totschnig: Wertschätzung ist die Grundlage für eine nachhaltige Landwirtschaft
Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig würdigt diese Initiative: „Zehn Jahre Aktionstage der Bäuerinnen, das ist ein Jubiläum, auf das wir stolz sein können. Diese Initiative zeigt eindrucksvoll, wie Landwirtschaft lebendig vermittelt werden kann: praxisnah, kindgerecht und voller Herzblut. Unsere Bäuerinnen und Bauern bringen den Kindern direkt ins Klassenzimmer, woher unsere Lebensmittel kommen – vom Feld, vom Stall, aus dem Garten. Damit schenken sie ihnen nicht nur Wissen, sondern auch Wertschätzung. Und genau diese Wertschätzung ist die Grundlage für eine nachhaltige Landwirtschaft und eine gute Zukunft für die nächste Generation.“

 

Fotos: Sophie Nagl-Balber