Im Projekt „Obst Monitoring Österreich” erfassen und bewerten 15 österreichische Obst-Sammlungen den Zustand und die Trends der heimischen Obstsorten-Vielfalt – von der Ahatzlbirne bis zum Zwispitz. Die Vision der Träger-Organisationen: Im Jahr 2035 gibt es in Österreich keine vom Aussterben bedrohten Obstsorten mehr.

Quer durch Österreich schließen sich 15 Obst-Sammlungen zusammen. Durch diese konzentrierte Zusammenarbeit können die Aufgaben der Erhaltung und Erforschung seltener, wertvoller Obstsorten effektiver bewerkstelligt werden.

Das Ziel lautet:
- Alle derzeit noch vorhandenen Obstsorten sind bis 2035 entdeckt, genetisch untersucht und von Obstexpertinnen und -experten pomologisch beschrieben.
Ihr Weiterleben ist an mehreren Orten Österreichs in den Obstgärten der Obstsammlungen in Form von Bäumen abgesichert. - Professionell betreute Reiserschnittgärten stehen zur Verfügung, um Baumschulen und Privatpersonen für jede Obstsorte ausreichend Vermehrungsmaterial anbieten zu können.
Begleitet wird die Arbeit durch ein bundesweites Monitoring-Programm.
Grundsätzlich hat die Republik Österreich (das Umweltministerium) den Auftrag, den Zustand und die Entwicklung der obstgenetischen Ressourcen in Österreich zu überwachen. In ihrem Namen sorgt das Projekt nun für ein Konzept und für erste Schritte, eingeschränkt auf die heimischen Sammlungen. Grundlage für diese Arbeit bildet die „Obst Inventur Österreich“ aus dem Jahr 2023.
Charta der österreichischen Obstsammlung: Charta der österreichischen Obstsammlung
In monatelanger Analysearbeit konnten in Österreich etwa 2.400 verschiedene, genetisch unterscheidbare Baumobst- Sorten belegt werden. Ein Abgleich mit internationalen Datenbanken zeigt: Mehr als die Hälfte dieser analysierten Sorten findet man nur mehr in Österreich. „Die ‚Obst-Inventur‘ zeigt, wie wertvoll die österreichischen Obstsammlungen sind. Bis zu 1.000 Sorten sind nur mehr in einer einzigen Sammlung erhalten. Solch seltene Sorten stehen unmittelbar davor, vollkommen zu verschwinden. Sie müssen in Zukunft besser, in mehreren Sammlungen, abgesichert werden“, sagt Projektleiterin Elisabeth Arming von ARCHE NOAH.
Für das Obst Monitoring soll jährlich ein „Zustandsbericht der heimischen Obstsorten“ erstellt werden, der den Fortschritt der Rettungsaktion dokumentiert. Der Erhaltungszustand jeder einzelnen Obstsorte sowie die Fortschritte auf dem Weg zum Gesamtziel werden auch auf der Website www.obstmonitoring.at abrufbar sein.
Leidenschaft für die Erhaltung der heimischen Obstvielfalt
Die 15 beteiligten Obstsammlungen sind über ganz Österreich verteilt und bereits in der Arge Streuobst verbunden. Sie eint ihre Leidenschaft für die Erhaltung der Obstvielfalt und ihr gemeinsames Interesse an der genauen genetischen und pomologischen Analyse ihrer Bestände. Die beteiligten Sammlungen werden von privaten und öffentlichen Einrichtungen getragen. ARCHE NOAH als eine der größten bio-zertifizierten Sammlungen Europas tritt als Initiatorin und Koordinatorin auf.
Die 15 Projektpartnerinnen und -partner:
Alle Links: https://www.obstmonitoring.at/de/projektpartnerinnen/
- BOKU Institut für Wein- und Obstbau
- Grünes Tirol
- HBLA und Bundesamt für Wein- und Obstbau Klosterneuburg
- HLBLA St. Florian
- Landwirtschaftliche Fachschule Warth
- LEADER Region Tourismusverband Moststraße
- Naturpark Ötscher-Tormäuer
- OÖ Genbank Ritzlhof
- OSOGO
- OWZ LK Kärnten
- Referat Versuchsstation Obst- und Weinbau Haidegg
- Sammlung Dietrich in Lauterach
- Sortengarten Burgenland OBSTPARADIES
- Verein ARCHE NOAH
- Verein Hortus
Fotos: ARCHE NOAH, Rupert Pessl



