Logo Agrar Journalisten

Europäische Agrarjournalistenverband lud zu einer Reise nach Russland

Der Europäische Agrarjournalistenverband lud zu einer Reise nach Russland, wo es unter anderem um das Ende der US-Sanktionen ging. VAÖ-Mitglied Rudolf Melzer war dabei und hat einen Einblick in die russische Landwirtschaft bekommen:

Russland erhöht Selbstversorgungsgrad bei Milch ganz enorm Exkursion von ENAJ und Barenbrug zeigte, dass Sanktionen sich dramatischer auf die heimische Landwirtschaft auswirken werden als bisher angenommen.
 
Dass der Schuss der US-Sanktionen gegen Russland und die diesbezügliche kritiklose Befolgung durch die EU sich letztendlich als viel schlimmeres Eigentor für Europa entpuppen könnte als bisher angenommen, führte eine Exkursion vor Augen, zu der die ENAJ gemeinsam mit der niederländischen Saatgut-Firma Barenbrug einlud: die Sanktionen haben in Russland einen wahren Boom an Investitionen in die Erhöhung des Selbstversorgungsgrades bewirkt. Nagelneue Molkereien sollen den Importbedarf von Milch und Milchprodukten reduzieren. Das wiederum reduziert den Importbedarf aus den bisherigen Lieferländern wie dem Baltikum und Polen. Diese werden dafür den EU-Raum in Zukunft noch mehr mit billiger Milch fluten: ein trauriges Szenario für die österreichische bäuerliche Grünlandwirtschaft.
 
Die Gruppe aus 17 Journalistinnen und Journalisten aus Ländern wie Italien, Dänemark, Norwegen, Holland und Österreich erfuhr im Rahmen der Pressereise auch, dass die russische Verwaltung vor allem in der Region rund um Moskau alles tut, um Land bewirtschaften zu lassen: bis zu einem Hektar Land bekommen Interessierte sogar geschenkt, 10 Hektar kann man um umgerechnet 200 Euro kaufen, die Pacht beträgt in manchen Regionen nur 50 Cent pro Hektar. Dazu kommt, dass die Landbewirtschafter neue Landmaschinen, die in Russland produziert bzw. zumindest zusammengebaut wurden, mit bis zu 20 Prozent des Kaufpreises subventioniert bekommen. Dass die produzierte Milch natürlich größtenteils als „Bio-Milch“ verkauft wird, versteht sich fast schon von selbst. Alles in allem keine wirklich erfreulichen Entwicklungen für Österreichs Bauern.





ALDIS mobile Gewitterkarte für Österreich

IFAJ Homepage