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Prof. Dipl.-Ing. Dr. Konrad Erker verstorben

Der Agrarjournalist und Historiker Chefredakteur Dr. Kurt Erker ist verstorben. Sein Nachfolger im „Kärtner Bauer“, Chefredakteur Dipl.-Ing. Rudi Fritzer erinnerte an Erkers Leben und Leistungen in „seiner“ Zeitung.

Am 11. Mai 2017 verstarb Prof. Dipl.-Ing. Dr. Konrad (Kurt) Erker, der langjährige Chefredakteur (CR) des „Kärntner Bauer“ (1961–1988) im 92. Lebensjahr.

Er hatte in seiner Zeit als CR dem „Kärntner Bauer“ unter den LK-Zeitschriften eine besondere Eigenständigkeit verliehen. Diese Eigenständigkeit war ein Vermächtnis, das seine Nachfolger weiterpflegen sollten. Erker war bis zu seiner Pensionierung 1988 auch Leiter des Referates Öffentlichkeitsarbeit der Landwirtschaftskammer sowie des Bäuerlichen Bildungshauses Krastowitz.

In allen diesen Funktionen pflegte er beste Kontakte zu vielen bäuerlichen Organisationen. So verwundert es wenig, dass er seine journalistische und schriftstellerische Ader lange Jahre hauptverantwortlich auch bei der „Kärntner Bauernzeitung“ (ABZ) oder dem „Kärntner Raiffeisenruf“, einer monatlichen Beilage des Kärntner Raiffeisenverbandes zum „Kärntner Bauer“, einbrachte.

Was Erker in seinen Kontakten zur Kärntner Agrarwelt aber immer ganz besonders auszeichnete, war sein umfassendes agrargeschichtliches Wissen. Schon in seiner aktiven Laufbahn war er deshalb Ansprechpartner vieler bäuerlicher Organisationen, wenn es darum ging, historische Zusammenhänge in agrargeschichtlichen Publikationen leicht verständlich darzustellen. Dabei vereinte Erker in seinen Texten immer seine unvergleichbare schriftstellerische und journalistische Ader mit der des penibel recherchierenden Agrargeschichtlers, wodurch er vermeintlich trockene Inhalte mit Leben erfüllen konnte.

Auch in seinem Ruhestand nahm Erker seine berufliche Passion weiter in Beschlag. Er begann, das Standardwerk der Kärntner Agrargeschichte, verfasst von Karl Dinklage, Helmut Prasch, Franz Koschier und ihm selbst, welches die Entwicklung des Agrarsektors bis in die Sechzigerjahre des vorigen Jahrhunderts abbildete, neu aufzuarbeiten und bis zum Beitritt Österreichs zur EU im Jahre 1995 zu ergänzen. Ursprünglich als Festbroschüre anlässlich des 70-jährigen Bestehens der Landwirtschaftskammer gedacht, entstand ein 895 Seiten umfassendes Buch mit dem Titel „Von Maria Theresia zur EU“.

Die agrarhistorisch bedeutsamen Arbeiten Erkers wurden 2003 schließlich mit der Verleihung des Titels „Professor“ durch den Bundespräsidenten gewürdigt.

Obwohl in den letzten Jahren ein schweres Augenleiden die schriftstellerische Passion sehr erschwerte, ließ Erker es sich nicht nehmen, auf seinem irdischen Lebensweg ein letztes ganz persönliches und für seine Nachkommen bedeutsames Kapitel seiner Arbeit aufzuschlagen und abzuschließen, seine eigene Familiengeschichte.

Die Landwirtschaftskammer und viele bäuerliche Organisationen Kärntens sind sich der bedeutenden Arbeit Konrad (Kurt) Erkers für das Kärntner Agrargeschehen sehr bewusst und verbleiben mit „Ruhe in Frieden“.










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