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Impressionen einer Pressereise der AFJA nach Frankreich

Unter dem Motto „ wo Innovation auf Tradition trifft“ fand Mitte Oktober eine Pressereise nach Paris und die Champagne für Agrarjournalisten statt. Heidelore Strallhofer-Hödl war für den VAÖ dabei.

Auf Einladung der französischen AFJA ,großartig organisiert vom Büro der AFJA, Präsidentin Nicole Ouvrard und Fleur Boutillier und der RDN Agency, Fadela Benabadji und Marine Dupont konnten 3 Mitglieder des VAÖ daran teilnehmen.
In Paris im CNIEL (Nationales Interprofessionelles Zentrum für Milchwirtschaft) begannen die Vorträge unter dem Titel „ Innovation at the service of a quality terroir“ von französischen Agrarspezialisten, wie Eric Thirouin, Präsident der Weizenproduzenten, Thierry Roquefeuil, Präsident der Michproduzenten, Guy Hermouet, Präsident der Vieh-und Fleischproduzenten, Jean-Michel Delannoy, Vizepräsident von Interfel/ Früchte und Gemüse und Eugenia Pommaret, CEO von UIPP (Pflanzenschutz). Sie alle bemühen sich um einen Dialog zwischen Produzenten und Konsumenten, eine Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit und den Umweltschutz zu verbessern.
Das anschließende Meeting mit dem in der europäischen Politik sehr einflussreichen Landwirtschaftsminister, Herrn DIDIER GUILLAUME, beinhaltete die Themen: Unterstützung Ökologischer Landwirtschaft, Reduktion von Glyphosat, Tierschutz….
Die Fragen der Kollegen drehten sich außer diesen Themen um Brexit, Direktvermarktung, Schweinemast, Zölle, Klimawandel……


Ein großes Problem stellen die Fischrechte im Gebiet zwischen England und Frankreich dar.
„Eine Überfischung der Meere soll durch eine gemeinsame Fischereipolitik zwischen den Fischern der verschiedenen Mitgliedsstaaten verhindert werden.“
Der erste Einblick in die Politik, Statistiken, und Forschung in der französischen Landwirtschaft.

Bei der Dinner Debatte mit MICHEL PORTIER, dem Manager von AGRITEL, lernten wir ein Unternehmen kennen das sich mit Analysen, Forschung, Finanzexpertisen und Risiken, Marktschwankungen und neuen Technologien im Bereich der Landwirtschaft befasst. Mit ihrem know how geben sie den Kunden die Gelegenheit Marktschwankungen zu nutzen und Herausforderungen in Vorteile umzusetzen.
Das Champagnergebiet, seit 1927 gesetzlich geschützt, bezieht sich auf 4 Gebiete : Montagne de Reims, Valle de Marne, Cote de Blancs und Cote de Bar.
TAITTINGER- ein seit 1931 im Familienbesitz befindliches Weingut dessen Ursprung bis 1734 zurückreicht war das nächste Ziel.
Im 20 m unter der Erde gelegenen Keller des ehemaligen Benediktinerklosters Saint Nicaise, aus dem 13. Jhdt., führt ein 4 km langer Stollen durch einen römischen Kreidesteinbruch. Hier lagern viele Millionen Flaschen von 15 Monaten bis zu 10 Jahren. Im Schauraum, bestückt mit moderner Kunst, bekommen wir die nächsten Infos und ein „ Tasting“.


PIERRE EMMANUEL TAITTINGER führt den Betrieb mit Sohn CLOVIS, Export Director und der Werbebotschafterin auf vielen Plakaten, der charismatischen Tochter VITALIE, Marketing und Kommunikation.
Auf 300 ha(288) Weingarten( Reims, Epernay und Cote de Blancs),sind auf Kalkstein und Kreide 35 % Chardonnay, 50% Pinot noir, 15% Pinot Meunier gepflanzt.
Unter Verwendung vorwiegend organischer Düngemittel und Reduzierung von Herbiziden wird alles per Hand gelesen. Auch hier kommt es wegen des Klimawandels zur früheren Lese.( Anfang Sept.)
Im Jahre 2019 wurden 10 200 kg/ ha erzielt.
Im CHATEAU de la MARQUETTERIE der Familie wurden wir mit einer Champagnerverkostung ( u.a. Comtes de Champagne 2007) und einem phantastischen Dinner verwöhnt, begleitet von Vitalie Taittinger, Weingarten Director Vincent Collard und seiner Assistentin Christelle Rinville.


In Pomacle-Bazancourt besteht seit über 60 Jahren, CRISTANOL BIOREFINERY, eine der größten Raffinerien der Welt, die Biomasse in Energie verwandelt.
Projekt Manager, JEAN MARIE CHAUVET führet uns durch den Industrie,-Bioeconomic und Experimentalbereich.


Als einfache Zuckerrüben Raffinerie vor 60 Jahren begonnen, verarbeiten sie heute 3 Millonen Tonnen Zuckerrüben, 1 MT Weizen, 400 000 andere Biomasseprodukte werden jährlich zur Erzeugung von Zucker, Glukose, Pharmazeutika, Alkohol, Ethanol oder Kosmetikas verwendet.
Hauptmarkt: Lebensmittel, Tiernahrung ,Biokraftstoff ,Kosmetika, chemische und technische Anwendungen.


HENRY MACQUART, Begründer des Weinbauzentrums der Champagne und der wagemutige Unternehmer und Visionär NICOLAS FEUILLATTE gründeten zusammen das jüngste Champagnerhaus NICOLAS FEUILLATTE. Mit einer Kooperation von 4500 Weinbauern, 350 Presszentren und 82 Kooperativen aus allen Teilen der Champagne sind sie bereits die Nr.1 in Frankreich und die 3.größten der Welt. Trauben oder Pressgut von verschiedenen Böden, wie Sand, Mergel, Kalk und Kreide aus den Champagnergebieten, natürlich handverlesen werden im modernsten  Produktionsgebäude verarbeitet. 10 Millionen Flaschen verlassen täglich die Kellerei. Im schwungvollen und spektakulärenVerkaufs-und Schauraum in Glas und Gold in Chouilly bei Epernay konnten wir Einblick in die Produktion bekommen. Abgerundet wurde dies mit einem Degustationsessen.
Nächste Station: Pressefrühstück bei Bürgermeister BENOIT APPARU in Chalons-en-Champagne.


Auf der Suche nach einer neuen DNA für seine Stadt, in der 40% der Bevölkerung vom abgewanderten Militär lebten, bemüht sich der Bürgermeister die Stadt neu zu strukturieren, vor allem im Landwirtschafts und Lebensmittelsektor. Mit der Gründung des Instituts PLANET A bringt er Geopolitiker und Fachleute aus Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung, Ingenieure und Finanzexperten aus dem landwirtschaftlichen Bereich an einen Tisch. Dieses landwirtschaftliche Forum das alle Bereiche beleuchtet und untersucht soll zum Schlüssel für eine gesunde Landwirtschaft werden. Mit dem Ziel alle Komponenten des Planet A Projektes zu vereinigen wünscht er sich eine „ Stadt der Landwirtschaft“ zu kreieren.


Die Besichtigung der Pflanzenfarm LUZEAL- ein ALFALFA Betrieb-zeigte die erfolgreiche Umstellung von Bauernhöfen mit Tierhaltung auf Pflanzen wie Luzernen. 1996 als Kooperative von Bauern gegründet ist sie weiterhin in ihrem Besitz, sie säen selbst, der Maschineneinsatz , modernste Grastrocknungsanlagen und weitere Verarbeitung erfolgt von Luzeal. Mit ERIC MASSET, einem Bauern und Präsident der „COOP de France Deshydration, erlebten wir eine spannende Vorführung am Feld. 320 000 ha Luzerne werden von 10 000 Landwirten angebaut, die als Pellets oder Ballen verpackt werden. 60% gehen in den Export bis in die Arabischen Emirate.
Ein guter Schritt Frankreichs durch die Pflanzung von Luzernen die Produktion der Eiweißfuttermittel im eigenen Land zu vergrößern und die Sojaeinfuhr zu verringern.
Im landwirtschaftlichen Schulungskomplex du Mont Bernard in Chalons- en- Champagne erhielten wir durch JEAN PAUL BORDES, CEO von ACTA, Einblick in die Forschung und Entwicklung der Landwirtschaft in Bezug auf Europa.
ACTA vereint 18 landwirtschaftlich und technische Institute in Frankreich die in der Forschung und Erneuerung einer produktiven Landwirtschaft arbeiten. Das Netzwerk erstreckt sich quer durch Europa und erfasst Biotechnologie, Pflanzen und Tiergesundheit, Agrarökologie und vieles mehr.
41 HORIZON 2020 Projekte sollen technisch und operativ umsetzbare Lösungen für ländliche Gebiete bringen.
Das technische Institut TERRALAB unter der Leitung von VINCENT BOCHU arbeitet ebenfalls in der Forschung und Erneuerung für eine produktive und nachhaltige Landwirtschaft.
Sie betreiben auf 350 ha eine „experemental farm“ und auf 30 ha eine Gewerbegebiet das sich mit Kreislaufwirtschaft, Abfallproduktion, Emission – und Energieverschwendung und erneuerbarer Energie beschäftigt.
Trotz des geringen Milchpreises führt JEAN –CHARLES BLANCKAERT mit seinem Bruder Didier in der 5. Generation einen Milchviehbetrieb, den wir zum Abschluss besuchten.
Auf einer Fläche von 150 ha mit Gerste, Kartoffel, Mais , Luzernen und Gras bewirtschaften sie einen Freilaufstall mit 75 Holsteinern und decken somit den Futterbedarf ihrer Kühe mit Grünfutter und einem Rest Trockenfutter. Frankreich bemüht sich auch mit privat finanzierten Initiativen der rückläufigen Landwirtschaft entgegenzutreten , um Nachhaltigkeit und einen ökologischen Fußabdruck.
Eine intensive und informative Pressereise die landwirtschaftliche Betriebe be-und durchleuchtet hat.





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