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ENAJ Pressereise

Eine ENAJ Pressereise ins schottische Hochland und die Hebriden zeigte 22 Agrar-Journalisten aus 17 verschiedenen Ländern, das vielseitige Gesicht einer Landwirtschaft am Rande Europas. Als Österreichischer Vertreter nahm Peter Fuchs, Blogger und Redakteur beim Verein Land schafft Leben teil.

Hervorragend organisiert von Eilid McPherson, einer Schafzüchterin und Agrarjournalistin, deckte das Programm alle wesentlichen agrarischen Sparten ab, die diese Region im hohen Norden der britischen Insel zu bieten hat. Über die fruchtbaren Niederungen der Black Isle nördlich von Inverness, wo Braugerste und Saatkartoffel für den internationalen Markt (vor allem Ägypten) angebaut und Rindermast betrieben wird, führte die Route über zwei interessante Zwischenstopps bei einem Viehauktionshaus und einer Whisky-Destillerie in ein riesiges Anwesen im Herzen des größten schottischen Nationalparks Cairgorms. Hier betreibt der Gutsherr auf gut 5400 ha einen einträglichen Mix aus extensiver Landwirtschaft (Schafe und Mastrinder) und intensiver, genau auf Zielgruppen zugeschnittener Nutzung des touristischen Potentials. Wobei Subventionen aus dem EU-Topf in Summe mehr als die Hälfte des Gesamteinkommens ausmachen. Das Subventionsthema im Zusammenhang mit dem als Damoklesschwert über allen Debatten schwebenden Brexit war dann auf den Inseln der Hebriden, wo (fast) ausnahmslos äußerst extensive Schafzucht betrieben wird Dauerthema. Die Schotten haben mehrheitlich gegen den Brexit gestimmt. Der Besuch in den Highlands macht schnell klar, warum. Das sogenannte Crofter-Wesen, eine historisch aus dem Feudalsystem der schottischen Clansherrschaft gewachsene Form vererbbaren Kleinpächtertums, ist die vorherrschende Form in der im westlichen Hochland und auf den Inseln Landwirtschaft betrieben wird. Ein schottisches Unikat, das vom schottischen Gesetz geschützt, etwa zu hohe Pachtpreise verhindern helfen und der Entvölkerung dieser kargen Landstriche entgegen wirken soll bzw. sogar die Wiederbelebung derselben zum Ziel hat. Auch hier fließen Gelder aus Brüssel in die Erhaltung der Strukturen und man fragt sich wie lange noch. Nicht auf Subventionen angewiesen sondern ein boomendes Geschäft machen einzelne Unternehmen mit den Schätzen des Meeres. Besuche in einem Seetang-Verarbeitungsbetrieb und einer großen Lachsfischfarm zeigten diese den meisten Journalisten bislang völlig unbekannte Form von „Landwirtschaft“ und Nutztierhaltung im Wasser. Seetang wird als Düngemittel, als Viehfutterbestandteil, aber auch direkt für die menschliche Ernährung und für kosmetische Produkte international vermarktet. Schottischer Lachs genießt ebenfalls internationalen Ruf und kann sich an ausgewählten Exportmärkten (USA, Asien, Frankreich) vor allem aber am Britischen Heimatmarkt behaupten.


Die berühmten Highlands haben mehr zu bieten als den Exportschlager Whisky. Wenngleich dieser allein die 6 bis 7 fache Wertschöpfung abwirft aller anderen landwirtschaftlichen Produkte dieser Region zusammengenommen.

 

Fotos: (c) Peter Fuchs

10.07.2019





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